Virgentaler Bürgermeister polarisieren weiter
Natura 2000-Infoveranstaltung zeitgleich mit geplanter WWF-Präsentation.
Es kann auch Zufall sein, wenngleich die Diskussion der vergangenen Wochen und Monate das eher nicht vermuten lässt: am Freitag, 29. August, hält Gebhard Tschavoll, Flussexperte des WWF, um 20.30 Uhr im "Großvenedigerhaus" – vulgo Mitterkratzerhof – in Prägraten einen Vortrag zum Thema „Möglichkeiten von Natura 2000 : ein Vergleich der Situation der Isel mit Erfahrungen von Lech, Drau und Enns“. Der Termin des Vortrages, der im Rahmen der Veranstaltung "Felsenkinder" stattfindet, ist seit gut einem Monat bekannt und wurde auch über die Lokalmedien publiziert. Just am selben Tag, 29. August, und auch noch fast gleichzeitig, um 20.00 Uhr – setzen jetzt die Gemeinden Prägraten und Virgen eine Infoveranstaltung über Natura 2000 im Dorfsaal von Prägraten an. Die"Amtliche Mitteilung" wurde heute, 25. August, an die Haushalte der beiden Gemeinden zugestellt.
Die zeitliche Parallele, die einen Vergleich der Standpunkte unmöglich macht, hält WWF-Mann Tschavoll für keinen Zufall. Neben den beiden Bürgermeistern Anton Steiner (Prägraten) und Dietmar Rugganthaler (Virgen) hat auch der Matreier Planungsverbandsobmann und Bürgermeister Andreas Köll die Einladung zur Gemeindeversammlung unterzeichnet. Er hält "seine" Infoveranstaltung tags zuvor im Matreier Kinosaal ab. In allen drei Gemeinden wird die Diskussion über die Zonierungsvorschläge sehr hitzig und vor dem Hintergrund möglicher Kraftwerksprojekte an Isel und am Tauernbach geführt.
Auch in den übrigen Iseltaler Gemeinden soll es Infoverstaltungen geben. Dort wird deutlich moderater diskutiert, meist mit dem Verweis auf fehlende Detailinformationen für Landwirte und Wirtschaftstreibende, die durch Natura 2000 Einschränkungen der Entwicklungs- und Handlungsspielräume in den Tälern befürchten.
7 Postings
Also vor 2 Wochen war noch die grosse Beschwerde, dass die Gemeinden keine Infos bekommen und niemand (seufz) weiss was Natura 2000 eigentlich bedeutet bzw. für Auswirkungen hat.
Erstmal eine seeehr fadenscheinige Ausrede weil seit mehr als 10 Jahren is abzusehen, dass diese Nominierung früher oder später erfolgen muss und Informationen gibts mehr als genug, vorausgesetzt man kann sinnerfassend lesen.
Da man sich als Bürgermeister doch entschieden hat Verantwortung zu übernehmen sollte man meiner Ansicht nach schon erwarten können dass die Person dann auch soviel Initiative zeigt von sich aus Information aufzunehmen. Aber zu argumentieren ... uuh das Land hat mir nichts vor die Nase gesetzt und deswegen weiss ich von nix iss schon ziemlich erbärmlich.
Und jetzt auf einmal sind sie die grossen Experten, die uns Bürger sichalich umfassend und objektiv informieren und die egozentrischen Profilierungsallüren dem Allgemeinwohl zuliebe hintanstellen werden. *Kopfschüttel; Sarkasmus off *
Ein Blatt im Wind is ein Fels im Vergleich.
Natura 2000-Infoveranstaltung zeitgleich mit geplanter WWF-Präsentation.
Hier basteln die Bürgermeister schon mal daran, dass sie keine Verantwortung dafür tragen, falls die Wasserkraftprojekte nicht realisiert werden können. Dann nämlich können die Gemeindekassen die Kosten, die bereits für die Projekte angefallen sind, abschreiben.
Schließlich haben Virgen und Prägraten für den Einstieg ihrer Kommune in die „Wasserkraft Obere Isel GmbH“ jeweils 50.000€ eingebracht. Schon gut, dass die Kraftwerksgegner soviel Gegenwind erzeugt haben, sonst hätte die Gemeinde gar die vorgesehenen 1.800.000€ Entwicklungskosten zu tragen. Was wirklich noch an Kosten anstehen wird, wissen vermutlich die Bürgermeister selber nicht!
Dass diese Bürgermeister Natura 2000 erklären wollen, ist so ähnlich als würde der Bock dem Gärtner erklären, wie er die Beete anzulegen hat. Also wird Natura 2000 schlecht geredet und die Wasserkraftprojekte als die Leuchttürme im Virgental dargestellt. Dabei ist das Wasserkraftprojekt „Obere Isel“ schon allein durch den eigenen Maßstab Kriterienkatalog, der auch noch maßgeblich von der Infra für das Land erstellt wurde, durchgefallen. Natura 2000 übernimmt für die BM nur die Sündenbockfunktion. Schon bei den Abstimmungen der Gemeinden über die Wasserkraft, verhinderten die BM einen Gedankenaustausch der Bevölkerung mit den Urlaubsgästen des Tales.
Dass dann der schon lange festgelegte Termin des WWF über Natura 2000 boykottiert wird, durch einen zeitgleichen Termin an anderer Stelle, ist ganz auf dieser Linie.
Folgerichtig ist dann auch, dass die Infoveranstaltung des WWF als Veranstaltung der Gemeinde nicht im Veranstaltungskalender (Internet) erscheint, dafür dann aber die Theaterveranstaltung vom 27.08. auf dem Mitterkratzerhof!
Was für ein Affentheater, dümmer geht es nimmer!
Schildbürger(meister)! Das Ganze iss schon so abstrus dasses nur mehr lächerlich is. Abgehakt u schubladisiert, weil mittlerweile is mir um meine Zeit zu schade als das man sich mit diesem Kindergartenhickhack wirklich noch auseinandersetzt.
Fast unglaublich diese Sturheit der drei Bürgermeister. Man soll doch auch der anderen Seite Gelegenheit geben ihre Sache darzustellen, sich das selber anhören und nicht eine Konkurrenzveranstaltung zeitgleich aufziehen, und dann kann man über alles diskutieren, Argumente für und wider austauschen usw. Aber einfach abblocken - einfach lächerlich und kindisch. Erwachsene Leute - Kopfschütteln ist angesagt.
Ziemlich lächerlich was die zwei da aufführen, die lassen kein Fettnäpfchen aus... Mich würden beide Veranstaltungen interessieren, da ich mich noch nicht hundert prozentig informiert fühle. Zuerst prangern sie die fehlende Informationspolitik an und dann setzen sie ihre Infoveranstaltung zeitgleich zu einer anderen Infoveranstaltung an.. Merkwürdig, kann sich aber jeder selbst denken welche Hintergedanken hier im Spiel sind.....
Die Bürgermeister machen sich immer lächerlicher.
Die Bürgermeister haben die Informationspolitik des Landes kritisiert. Durch diese zufällige Terminkollission wird den Bürgern die Möglichkeit genommen sich möglichst umfassend über die Vor- und Nachteile der Natura 2000 zu informieren. Man sollte die eigenen Forderungen an Transparenz und Information auch den Bürgern gegenüber einhalten.
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