Ergebnis der EU-Wahl 2014 im Bezirk Lienz
VP 45,46% vor FP mit 15,75% und SP mit 14,87%. Wahlbeteiligung: 31,32%.
Bei einer niedrigen Wahlbeteiligung von nicht einmal einem Drittel der Wahlberechtigten (31,32%) blieben die Wählerinnen und Wähler im Bezirk Lienz bei der Europawahl am 25. Mai weitgehend im Tiroler Trend. Auch in Osttirol liegt die ÖVP trotz Verlusten klar voran (45,46% / -4,24%), gefolgt von den Freiheitlichen (15,75% / + 7,11), die sich auch im Bezirk als zweitstärkste Partei einreihen, vor der SPÖ (14,87% / + 4,99) und den Grünen (10,58 / + 2,34), die vor allem in der Stadt Lienz punkteten. Die Neos kamen in Osttirol auf 7,74%, mit überdurchschnittlichen Ergebnissen im Großraum Lienz.
Folgende Grafik der Statistikabteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung zeigt die Stimmenverteilung im Bezirk.
Links zu den Gemeindeergebnissen:
Abfaltersbach
Ainet
Amlach
Anras
Assling
Außervillgraten
Dölsach
Gaimberg
Heinfels
Hopfgarten
Innervillgraten
Iselsberg-Stronach
Kals am Großglockner
Kartitsch
Lavant
Leisach
Lienz
Matrei in Osttirol
Nikolsdorf
Nussdorf Debant
Oberlienz
Obertilliach
Prägraten am Großvenediger
Schlaiten
Sillian
St. Jakob i.D.
St. Johann im Walde
St. Veit i.D.
Strassen
Thurn
Tristach
Untertilliach
Virgen
Beitragsbild: krockenmitte/photocase.com
8 Postings
Nach den Erfahrungen der letzten Woche über das Demokratieverständnis der Regierungschefs, kundgetan im Negieren des Whalergebnisses was Spitzenkandidaten betrifft, stelle ich die Kritik mancher Votrschreiber über Nichtwählen in Frage.
Reflektion über ideologischen Grundsatz von Wahlrecht wird hilflos, wenn diese auf machtpolitische und interessengesteuerte Regierungschefs trifft. Wenn sich die EU-Länder von Leuten wie Cameron und Orbas vorführen lassen ist dies einen Aufforderung: "Wer lauter schreit und sich Argumenten verschließt wird immer was erreichen". Demnach haben wir Österreicher mit unseren Vertetern in Brüssel bzw. mit deren Mentalität "Allen zu gefallen, vorausseilender Gehorsam" schlechte Karten, wie ja schon erlebt.
Daraus lässt sich aber auch das fehlende Engagement der Lokalpolitiker erklären und wohl auch verstehen. Wir haben schon Probleme zu glauben, dass unserer Osttiroler Abgeordneten im Landtag oder bei der LandesÖVP, bei den Landesbünden etwas bewirken - da würden Statements über die EU-Politik doch auch nicht gut ankommen. Ein Herr hauser hat es da etwas leichter, weil Schimpfen kann man allgemeiner, auf jeden. Ich hoffe aber, dass gerade was die Stimmenzuwächse der Blauen betrifft, das Wahlvolk doch dann zu unterscheiden wieß, was Landes oder Bundespolitik ist.
Das Engagement der Lokalpolitker auf Bezirks- wie Landesebene ist beschämend. Bei Förderungen und Vorteilen hohe Nehmerqualitäten zu beweisen, reicht nicht. Ganz besonders nicht, wenn man den Opponenten entgegnungslos das Feld überlässt und sich maximal über deren Qualitäten als Plakataffichierer lustig macht. - Die sich als EU-Gegner gebärdenden Blauen, die ebenso gerne EU-Mittel in Anspruch nehmen wie die von ihnen verunglimpften politischen Gegener, begeben sich nun auf die Suche nach einer Fraktion, die sie aufnimmt. Geht der etwas wacklige Plan einer nationalistischen Internationalen (sic!) auf, dann wird voraussichtlich der extremrechte Front National das Bündnis dominieren. Marie Le Pen hat angekündigt, sie mache Politik von Franzosen für Franzosen. Das wird sicher lustig. Besonders für die österreichischen Blauen. Aber was tut man nicht alles für's liebe Geld, und sei's der Fraktionseuro mehr.
@ spitzeFeder
Danke :-)
Im Hinblick auf eine derartig niedrige Wahlbeteiligung sollten sich _ALLE_ Parteien hinterfragen. Stattdessen hört man aber von allen Seiten in den Medien nur parteiliche Jubelgesänge über den Ausgang der Wahl. Die ÖVP freut sich über den Wahlsieg und die SPÖ/FPÖ/Grüne freuen sich über ein Plus an Wählerstimmen. Am Ende sind Sie allerdings alles Verlierer, denn die Parteien konnten alleine im Bezirk Lienz rund 69% der Wähler nicht ansprechen.
Der Umgang mit dem Thema EU ist des Weiteren bei vielen Parteien beschämend. Anstatt einer offenen und sachlichen Diskussion muss die EU oft für hausgemachte Probleme der nationalen Staaten herhalten. Die PRO-EU Parteien verabsäumten eine notwendige Aufklärung über die Beudeutung und den Aufgabenbereich der EU. Diese Parteien haben zu verantworten, dass zahlreiche fragwürdige Parteien/Programme ein starkes Plus an Stimmen erhielten.
P.S.: Hoffe, dass diejenigen, die nicht zur Wahl gingen, am Ende nicht wieder jene sind, die am lautesten schreien.
DIE niedrige Wahlbeteiligung in Osttirol ist wohl auch darauf zurückzuführen, weil die regionalen Politiker praktisch unsichtbar waren. Plakate sah ich, im Gegensatz zu SPÖ und FPÖ, von den anderen Parteien wenige. Die ÖVP war überhaupt nur schwach präsent. Ergo war die EU-Wahl für sie nicht ao wichtig, Gerade, weil die EU bei vielen Bürgern stark in der Kritik steht, wäre es angebracht gewesen, mit ihnen zu reden, sie in direktem Kontakt über die Ziele der EU zu informieren. Wofür haben wir unsere "Volksvertreter"? Wenn man jene, die lautstark gegen die EU wettern, ohne Gegenwind gewähren lässt, darf man sich nicht wundern, dass sie Ihre Klientel am besten mobilisieren. Dass sich ein junger FPÖ-Kandidat der Wahl stellt, ist an und für sich ein positives Signal an die (jungen) Wähler. Weniger positiv und abzulehnen ist allerdings die ewiggestrige Politik - raus aus der EU, Abschaffung des EURO usw. - die der junge Kandidat vertreten m u s s. Ich bin froh, dass in Osttirol viele Projekte über die EU gefördert werden. Geld nehmen und trotzdem schimpfen, wie passt das zusammen?
@ nanny
+1
Am traurigsten ist wirklich die niedrige Wahlbeteiligung. Eine Ursache ist, dass die politischen Parteien - nicht nur in Österreich - alle Erfolge auf ihre eigenen nationalen Fahnen heften und alle, na sagen wir, Unannehmlichkeiten der EU anhängen. Ein billiges politisches Spiel. Die EU glänzt sicher nicht, aber ohne EU wären wir weltwirtschaftlich ein Niemand. Man braucht sich doch nur den Globus genauer ansehen ... Und was Wählen betrifft : man wählt halt das, was man als kleinstes politisches Übel sieht. Aber Nichtwählen - damit wählt man automatisch den, den man am wenigsten "mag".
War zwar die EU-Wahl - aber trotzdem sollte sich die Stadt ÖVP mal Gedanken machen wie es sein kann, dass sich der Abstand zur SPÖ in nur einer Periode von 18,6% auf 6% verkleinert! - Zufrieden wird damit wohl keiner sein! ;-)
Bin schon gespannt auf die nächsten Gemeinderatswahlen!
Schade finde ich die niedrige Wahlbeteiligung - schon traurig, dass nicht mal jedeR Dritte von seinem Recht Gebrauch machte!
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